Für die Betroffenen und ihre Angehörigen klingt die Diagnose Demenz oft wie ein Urteil. Diese neurodegenerative Erkrankung führt zu einer schrittweisen geistigen Verschlechterung und kann den totalen Zerfall der kognitiven Funktionen herbeiführen. Der Bevölkerungswachstum und der demografische Wandel mit immer mehr älteren Menschen beeinflussen folglich auch den Anstieg der Demenzkranken. Schätzungen zufolge wird es in Deutschland bis 2050 mehr als doppelt so viele Demenzkranke geben, wie im Jahr 2018. Auch die neuen Formen von Risikofaktoren, die eine Demenzerkrankung begünstigen, nehmen dramatisch zu.

Demenz trifft den Menschen oft mit voller Härte und zerstört systematisch seine geistige, emotionale und kognitive Fähigkeit. Diese Krankheit kann auch für Angehörige sehr belastend sein und sowohl auf physischer als auch psychischer Ebene ihre Spuren hinterlassen.

Typische Symptome einer Demenz

Die klassischen Frühwarnsignale einer Demenz sind meist unübersehbar. Der Alltag der betroffenen Person wird zunehmend durch unterschiedliche Einschränkungen geprägt. Dabei verliert man sukzessive die im Verlauf seines Lebens angeeigneten Fähigkeiten und Fertigkeiten. Zu den typischen Symptomen gehören:

  • zunehmende Vergesslichkeit

  • vermehrte Wortfindungs-Störungen

  • emotionale Störungen (plötzliche Stimmungsschwankungen)

  • Wahrnehmungsstörungen

  • Konzentrationsprobleme

  • Unfähigkeit zu lesen und zu schreiben

  • Schwierigkeiten neues Wissen anzueignen

Zu den anfänglichen charakteristischen Merkmalen einer Demenz gehört die auffallende Vergesslichkeit der betroffenen Person sowie die Langsamkeit des Denkens. Besonders bei älteren demenzkranken Menschen ab 65 Jahren werden diese Symptome deutlich. Sie vergessen zunehmend, wo sie ihre Alltagsgegenstände hingetan haben, Verwechseln oft die Namen ihrer Enkelkinder, haben plötzliche Schwierigkeiten mit Auswendiglernen usw. Solche pathologischen Veränderungen müssen nicht zwangsläufig auf eine Demenz hindeuten, sollten jedoch unter Aufsicht eines Experten beobachtet werden. Bei fortgeschrittener Demenz sind vor allerm ältere Menschen oft auf Hilfe von anderen angewiesen.

WICHTIG: Das Ignorieren von Frühwarnsignalen kann dazu führen, dass diese eine gefährliche Form annehmen und die Betroffenen sich selbst und die anderen in Gefahr bringen. So kann man bei fortgeschrittener Vergesslichkeit im Umgang mit elektrischen Gegenständen unbewusst lebensgefährliche Situationen verursachen oder den Weg nach Hause plötzlich nicht mehr zurückfinden.

Die Ursachen von Demenz

Die Ursachen von Demenz sind bis heute noch nicht vollständig aufgeklärt. Die Komplexität dieser Erkrankung wird von den Forschern unter anderem anhand der Zusammenhänge mit gesundheitlichen Defiziten sowie Abweichungen im Lebensstil geprüft. In einigen Fällen lassen sich auch Rückschlüsse auf diverse Vorerkrankungen machen:

  • Demenz infolge eines Schädel-Hirn-Traumas

  • Demenz infolge eines Gehirntumors

  • Demenz infolge einer kardiovaskulären Pathologie

  • Demenz infolge eines Schlaganfalls

  • Demenz in Verbindung mit Parkinson-Krankheit

  • Demenz als Folge von Meningitis

  • Demenz als Folge von Enzephalitis

  • Demenz infolge einer falschen Anwendung von Medikamenten

  • Demenz infolge einer längeren Immobilität durch Verletzungen /z.B. einer Hüftfraktur

Demenz-Risikofaktoren

Das systematische Absterben wichtiger Neuronen im Gehirn – als Hauptursache von Demenz – kann auch infolge von anderen Faktoren resultieren oder begünstigt werden. Es gibt aber auch sogenannte „Demenzauslöser“, die wir mehr oder minder selbst beeinflussen oder kontrollieren können.

  • passiver Lebensstil / Bewegungsmangel

  • Flüssigkeitsmangel

  • starkes Übergewicht (Adipositas)

  • Rauchen und Alkoholkonsum

  • Diabetes

  • Bluthochdruck

  • kardiovaskuläre Erkrankungen wegen einseitiger Ernährung

Formen von Demenzerkrankungen

Es gibt unterschiedliche Formen von Demenzerkrankungen. Zu der prominentesten davon gehört Alzheimer, der bis zu 70% aller Demenz-Fälle ausmacht. Des Weiteren existieren solche Formen wie vaskuläre Demenz, Fronttemporale Demenz (FTD) und die sogenannte Lewy-Body-Demenz, die aufwendigere Therapiemaßnahmen erfordern.

Einige Auslöser wie Hormonstörungen, Tumore, medikamentöse Anwendungen, Narkosenachwirkungen und andere Faktoren können gleichwohl demenzähnliche Verwirrtheitszustände nach sich ziehen. Solche Formen von Demenzerkrankungen lassen sich in der Regel behandeln. Umso wichtiger ist es bei ersten Anzeichen von Demenz schnell eine ärztliche Beratung zu holen und sich einer umfassenden Demenz-Diagnostik zu unterziehen.

Behandlungsmethoden und Prävention von Demenz

Bei der Diagnose Demenz handelt sich um eine hochkomplexe Erkrankung des Zentralnervensystems. Zwar lässt sich der Verlauf der Erkrankung verzögern, die Pathologie an sich ist jedoch zum heutigen Zeitpunkt nicht heilbar. Es gibt dennoch diverse Therapiemöglichkeiten, um dem Fortschreiten der Erkrankung gegenzusteuern und auf diese Weise die Lebensqualität der PatientInnen zu erhalten. Um Demenz unter Kontrolle zu halten, können folgende Therapiemaßnahmen in Betracht gezogen werden:

Eine psychotherapeutische Behandlung umfasst ein spezielles Trainingsprogramm: Übungen zur Entwicklung des verbalen, auditiven, visuellen Gedächtnisses, Lösung von logischen Aufgaben sowie permanente Konzentrationsübungen. Diese Therapie zielt darauf ab, das Gehirn in einer speziellen Abfolge von Aufgaben permanent zu stimulieren und auf diese Weise die fehlenden signifikanten Neuronen im Gehirn wiederherzustellen.

Darüber hinaus gibt es spezielle Kurse zur Entwicklung kognitiver Fähigkeiten, die spezielle Gehirntrainings enthalten, wie Brettspiele, Kreuzworträtsel und auch spezielle Sport- und Atemübungen, die die Sauerstoffversorgung des Gehirns verbessern.

Schließlich gibt es Programme, die darauf abzielen betroffenen Personen den Umstieg auf einen gesünderen Lebensstiel zu ermöglichen. Dazu zählen: Das Abgewöhnen von Rauchen und Alkoholkonsum, Etablierung einer gesunden und ausgewogenen Ernährung im Alltag sowie mehr Bewegung an der frischen Luft.

WICHTIG: Jede Art von Therapie darf ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, um den Zustand des Patienten zu beobachten und das Therapieschema rechtzeitig anpassen zu können.

Demenz im Schlaf erkennen?

Einer kanadischen Studie zufolge können immer wiederkehrende Schlafstörungen Vorboten einer Demenz sein, die sich erst 15 Jahre später ankündigt. Tritt bei betroffenen Personen etwa im sogenannten REM-Schlaf wiederholt erhöhte körperliche Aktivität auf, die mit lebhaften Träumen verbunden ist, oder wird die REM-Schlafphase immer kürzer, so können das Indizien sein, die auf einen möglichen Ausbruch dieser Krankheit hindeuten.

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