Bei ersten Erkältungssymptomen denken viele von uns an die berühmte gelbe Wunderknolle. Dabei wissen oft nur die Wenigsten, warum ausgerechnet Ingwer gut gegen Viren und diverse Erkrankungen ist. Vor allem im Spätherbst und im Winter wird sie gerne in die Einkauflisten aufgenommen, um das Immunsystem zu stärken und Erkältungen vorzubeugen. Die heilenden Eigenschaften von Ingwer wurden erstmals in den jahrtausendalten chinesischen Schriften entdeckt. In Indien wird die Ingwerwurzel deshalb bis heute als ein beliebtes Gewürz in der Küche und als eine Heilpflanze in der Naturmedizin verwendet.

Ingwer – Woher kommt die heilende Wirkung des Gewürzes?

Die aus Südostasien stammende tropische Frucht wurde vermutlich von den Seeleuten und Händlern erstmals nach Europa gebracht. Bereits damals wurde der Ingwer den Matrosen von asiatischen Handelspartnern als vorbeugendes Mittel gegen Seekrankheit empfohlen. Auch heute noch wird auf Kreuzfahrten den Gästen häufig kandierter Ingwer nach dem Essen serviert, um den Magen zu beruhigen und das Gefühl der Übelkeit zu lindern. Die Experten für Naturheilverfahren sehen vor allem in der Ingwerwurzel die heilenden Eigenschaften, die in erster Linie auf eine ganze Reihe von wertvollen Vitaminen, Eisen, Kalzium, Kalium und wichtigen Inhaltsstoffen zurückzuführen sind. Vor allem aber die ätherischen Öle sowie der Wirkstoff Gingerol, die in Ingwer enthalten sind, sollen wahre Wunder bewirken.

Ein breites Wirkspektrum von Ingwer

  • Die im Ingwer enthaltenen Scharfstoffe sollen die Ausschüttung von Verdauungsenzymen verstärken und somit eine bessere und schnellere Verdauung von schweren Fetten, Eiweiß und Kohlenhydraten anregen.

  • Durch die wertvollen Inhaltsstoffe von Ingwer wird die Galle bei ihrer Arbeit unterstützt und der Stoffwechsel auf Hochtouren gebracht. Der Ingwer kann auch als Mittel gegen Blähungen verwendet werden.

  • Der Magen- und Darmbereich werden effektiv von Viren und Bakterien befreit. Dadurch wird die Darmflora normalisiert und verschiedene Erkrankungen des Verdauungstraktes vorgebeugt.

  • Es wurde nachgewiesen, dass der Gingerol, als Hauptbestandteil von Ingwer, eine antioxidative, antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung aufweist. Diese soll nicht nur bei Erkältungen, sondern auch bei Arthritis-Patienten mit Gelenkbeschwerden helfen.

  • Asiatische Ärzte empfehlen bei Atemwegserkrankungen die auf Ingwer erzeugten Dämpfe zu inhalieren. Diese Anwendung soll durch die freigesetzten ätherischen Öle nicht nur die Atemwege befreien, sondern auch als effektives, schleimlösendes Mittel gegen den Reizhusten oder bei Erkältungen eingesetzt werden.

  • Der Verzehr von Ingwer soll außerdem die Durchblutung fördern. Dem Ingwer werden in der Naturmedizin Aspirin-ähnliche Wirkungen zugesprochen, die vor allen bei Kopf- und Menstruationsschmerzen helfen sollen.

Die bestmögliche Anwendung von Ingwer im Alltag

Die Heilkräfte der gelben Knolle sind vielfältig. Um diese im Alltag bestmöglich anwenden zu können, ist es empfehlenswert, sich über die optimale Anwendung der rohen Knolle zu informieren. Von vielen bekannten Heilpflanzen im Bereich der Naturmedizin gilt Ingwer als eine der wenigen, die auf verschiedene Arten verzehrt werden kann – als Flüssigkeit, als kleines Snack zum Kauen oder als leckeres Gewürz im Essen. Die medizinische Verwendung finden in erster Linie frische und getrocknete Ingwer-Wurzeln, (die sogenannten Ingwer-Rhizom), die als Küchengewürz oder Arznei angewendet werden. Diese werden meist im Spätherbst gesammelt und überwiegend als Tee getrunken. Man kann sie aber auch als Mixtur oder in Form von Kapseln in der Apotheke erwerben. Als eine ausgezeichnete Prävention gegen diverse Erkrankungen, kann man täglich ein Ingwerwasser selber machen und über den Tag verteilt trinken. Dafür schneidet man die Knolle in kleine Ringe und übergießt sie in einer großen Karaffe mit heißem Wasser. Wenn das Wasser abkühlt, kann man es auch an heißen Sommertagen als einen perfekten, immunstärkenden und antioxidativen Durstlöscher trinken.