Kniearthrose (Gonarthrose) ist eine der häufigsten Ursachen bei anhaltenden Knieschmerzen. Besonders bei älteren Menschen können die Schmerzen im Knie die Mobilität stark beeinträchtigen. Als Resultat von Über- und Fehlbelastungen oder verursacht durch den altersbedingten Verschleiß des Kniegelenks – bei Nichtbehandlung können die Beschwerden immer unerträglicher werden und sogar weitere gesundheitliche Probleme nach sich ziehen. Der Alltag und die Lebensqualität können durch die Kniearthrose ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen werden. Dabei gibt es einfache und effektive Maßnahmen, um diese Krankheit rechtzeitig zu erkennen und dieser präventiv entgegenzuwirken.

Häufige Ursachen der Kniearthrose

Am häufigsten wird die Kniegelenksarthrose bei Menschen mit Übergewicht diagnostiziert, da ihre Kniegelenke um ein Vielfaches stärker und intensiver belastet werden. Durch den zusätzlichen Bewegungsmangel werden auch die Gelenkknorpel spröde und schwach. Im Laufe unseres Lebens verursacht das eigene Körpergeweicht einen Gelenkverschleiß. Durch das Übergewicht wird dieser Verschleiß begünstigt und beschleunigt.

Außerdem machen sich auch mit zunehmendem Alter die Abnutzungserscheinungen des wichtigen Knorpels bemerkbar. Dieser umgibt die Knochen und schützt sie gegen das Aufeinanderreiben. Der Knorpel weist eine weiche Struktur auf und wird über die Jahre hinweg poröser und dünner, bis er sich irgendwann komplett auflöst. Wenn der Knochen anfängt auf einen anderen Knochen zu reiben, dann spricht man vom sogenannten schleichenden Gelenkverschleiß. Dieser Zustand wird oft von starken Schmerzen begleitet und kann die Bewegungen stark einschränken.

Auch Verletzungen können zu einer Arthrose führen. Diese kommen gehäuft bei den Leistungssportlern (z. B. Fußballern, Tennis- und Basketballspielern) oder infolge eines Unfalls zustande. Der übermäßige Abrieb bei intensiven sportlichen Aktivitäten verbunden mit schnellen Bewegungen kann das Absprengen kleinerer Knorpelstücke und nachfolgende Entzündungen und Schmerzen nach sich ziehen. Dasselbe kann nach einem Unfall (z. B. durch einen Sturz oder einen Knochenbruch mit Fehlstellungen) auftreten.

Schließlich können Stoffwechselerkrankungen, rheumatische Erkrankungen sowie die medikamentöse Behandlung eine Arthrose hervorrufen oder eine bereits bestehende Kniearthrose beschleunigen.

Typische Symptome einer Kniegelenksarthrose

Die Symptome einer Kniearthrose sind vielfältig. Die ersten Beschwerden treten meist nach dem sogenannten Anlaufschmerz auf. Dieser entsteht für gewöhnlich zu Beginn der Bewegung auf und klingt sich dann mit steigender Bewegungsintensität wieder ein. Zudem kommen noch belastungsabhängige Schmerzen wie z. B beim Treppensteigen. Insbesondere beim Hinabsteigen sind die Schmerzen meist stärker als sonst. Die kranken Gelenke haben außerdem die Fähigkeit wetterbedingt mit dem Schmerz zu reagieren. Kälte und Feuchtigkeit machen die Schmerzen bei Kniearthrose oft deutlich intensiver. Schließlich gehört auch die zunehmende Steifigkeit des Kniegelenks zu den typischen Symptomen einer Kniegelenkarthrose. Dabei können u. U. Kniegelenkschwelungen sowie der Rückgang der Muskulatur auftreten.

Prävention und Übungen gegen Kniearthrose

Kräftigung, spezielle physiotherapeutische Maßnahmen und einfache Übungen können die Gelenkfunktion unterstützen und präventiv gegen die Kniearthrose helfen. Alle Übungen gegen Kniearthrose sollen in erster Linie die Muskulatur rund um das Kniegelenk kräftigen und die Beweglichkeit sowie die Koordination des Knies nachhaltig verbessern. Im Allgemeinen wird Sport zur Vorbeugung der Arthrose als extrem wichtig erachtet. Bei ausgewogener Bewegung produzieren die Gelenke Synovialflüssigkeit. Diese gilt als die wesentliche Schmiersubstanz (bzw. Gleitmittel) und sorgt für schmerzfreie und reibungslose Beweglichkeit. Auch für den Knorpel ist die Synovialflüssigkeit sehr wichtig, da sie ihn mit speziellen Nährstoffen beliefert, abhärtet und seine Abnutzung verlangsamt.

Als die beste gelenkfreundliche bzw. -stärkende Sportart gilt das Schwimmen. Gegen zahlreiche Gelenkbeschwerden wird Schwimmen als Allheilmittel bezeichnet und deshalb gegen jede Form von Arthrose empfohlen. Die Schwebelosigkeit im Wasser entlastet die Gelenke und treibt den Muskelaufbau bestens an.

Auch Radfahren ist eine ideale Präventionsmaßnahme gegen die Kniearthrose. Der tägliche Tritt in die Pedale in Kombination mit der richtigen Sitzposition sowie Einstellungen sorgt für eine ausbalancierte Belastung der Knien und Stärkung der Beinmuskulatur.

Als medizinisch empfohlen gelten außerdem das tägliche leichte Joggen und Nordic Walking als Alternative. Bei übergewichtigen Menschen wird statt Joggen das Nordic Walking empfohlen, da hierbei spezielle Stöcke eingesetzt werden, die das optimale Verteilen des eigenen Körpergewichts ermöglichen und dadurch die übermäßige Belastung der Kniegelenke reduzieren.

Wichtig: Bei einem fortschreitenden Gelenkverschleiß im Kniegelenk sollten jegliche Sportübungen nur unter Aufsicht eines Physiotherapeuten durchgeführt werden. Insbesondere bei Kräftigungs- und Beweglichkeitsübungen sollte man aufpassen und diese nach strenger Anleitung durchführen.

Behandlung der Kniegelenksarthrose durch medizinischen Eingriff

Bei langanhaltenden Schmerzen spricht man von fortgeschrittener oder akuter Arthrose, die nur durch medizinische Angriffe sowie definierte therapeutischen Maßnehmen behandelt werden kann. Dabei hängt die Behandlung der Arthrose oft vom Grad der Knorpelzerstörung sowie dem Gesundheitszustand und dem Alter des Patienten ab. Zur Stärkung des Gelenks wird oft vorgesehene Krankengymnastik durchgeführt sowie spezielle Sportkurse angeboten. Zu den medizinischen Maßnahmen zählen unter anderem:

  • Entzündungshemmende Salben und Schmerzmittel
  • Akupunktur
  • Kortisonspritzen und Injektionen mit Kochsalz
  • Röntgenreizbestrahlung (auch: Orthovolttherapie)
  • Radiosynoviorthese (RSO)
  • Operativer Gelenkersatz

Allerdings kann man diesem unangenehmen Teil ausweichen, indem man vorsorglich mehr Acht auf sich gibt. Dazu gehört in erster Linie die Prävention der Kniegelenke durch Sport und einen gesunden Lebensstil.